Thyssen, Wolf (2007)
Risiko-Absicherung bei der Beschaffung von nachwachsenden Rohstoffen

Diplomarbeiten, Fachgebiet Energiesysteme, TU Berlin

Kurzfassung Begünstigt durch die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist der deutsche Biogassektor in einer starken Wachstumsphase. Neue kapitalstarke Marktteilnehmer wie Energieversorgungsunternehmen und Investmentgesellschaften drängen in den traditionell landwirtschaftlich geprägten Biogasmarkt. Einhergehend mit der Steigerung der spezifischen Biogasproduktionskapazitäten bilden sich energiewirtschaftliche Strukturen. Der wirtschaftlich sinnvolle Transport gewöhnlicher Biogas-Inputstoffe ist auf kurze Strecken begrenzt und bei Anlagen auf Basis von nachwachsenden Rohstoffen (NawaRo) betragen die Rohstoffkosten mindestens 50 Prozent der Biogasgestehungskosten. Nicht-landwirtschaftliche Biogasanlagenbetreiber hängen somit maßgeblich von NawaRo bzw. Lieferanten in unmittelbarer Nähe ab. Wenngleich Ende 2006 erstmals Biogas in das deutsche Erdgasnetz eingespeist wurde, wird Biogas weiterhin nahezu ausschließlich verstromt und zu den Vergütungssätzen des EEG abgesetzt. Dabei ist der Anlagenbetreiber einem beträchtlichen Margenrisiko ausgesetzt, da die Vergütungssätze für 20 Jahre ab Inbetriebnahme festgeschrieben sind und bei Agrarrohstoffen mit Preissteigerungen gerechnet wird. Vor diesem Hintergrund eröffnen die beiden Beschaffungsoptionen „Make“ und „Buy“ unterschiedliche Ansätze zur Risikominimierung. Der Schwerpunkt dieser Diplomarbeit liegt auf der Integration von Rohstoffderivaten zur Risiko-Absicherung im Rahmen der Beschaffungsoption „Buy“. Es werden grundlegende Derivate vorgestellt und hinsichtlich ihrer Eignung für die Beschaffung von Energiepflanzen untersucht. Mit dem Ziel eine umfassenden Absicherung wird ein Rohstoff-Swap entwickelt und mit einer Preisformel für Energiepflanzen verknüpft. Die Option „Make“ bedeutet vertikale Integration in verschiedenen Varianten, die Potenzial für eine risikoarme Beschaffung aufweisen. Abschließend werden beide Optionen hinsichtlich ihrer Machbarkeit miteinander verglichen. Abstract Favoured by improved conditions of the Renewable Energy Sources Act, Germany’s biogas industry is growing rapidly. New players with sufficient capital such as utilities and investment trusts enter into the agricultural biogas market. Accordingly, industrial structures evolve, leading to increased production capacities per biogas plant. Transportation of typical biogas feedstock is economically limited to short distances. Input materials account for at least 50 percent of energy crop-based biogas production costs. Hence, non-agricultural biogas plant operators depend significantly on adjacent renewable resources and suppliers respectively. Although biogas was fed into German natural gas pipelines for the first time in late 2006, biogas still is predominantly marketed as electric power using the Renewable Energy Sources Act allowance scheme. As according rates are fixed for a period of 20 years and agricultural commodity prices are expected to rise, biogas plant operators are exposed to serious margin risks. In this context, the complementary supply options ‘make’ and ‘buy’ offer different approaches of risk minimisation. This thesis focusses on the integration of derivatives to hedge against risks concerning the option ‘buy’. Fundamental derivatives are introduced and analysed towards their adequacy for biogas feedstock procurement. In order to create a comprehensive hedging procedure, a commodity swap is developed and linked with a compatible energy crop pricing formula. The option ‘make’ implies vertical integration and is discussed in different alternatives showing the potential for low risk sourcing. Finally, both options are compared in terms of feasibility.

Fachgebiet Energiesysteme der TU Berlin
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Maria Riedinger
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