Dusan, Stefan (2007)
Import von Biokraftstoffen über die Donau - Potential und Wirtschaftlichkeit

Diplomarbeiten, Fachgebiet Energiesysteme, TU Berlin

Der im Februar 2007 erschienene Bericht des Internationalen Ausschusses für Klimaänderungen , der als Abbildung der Konsensposition innerhalb der Klimatologie gilt, beziffert die Wahrscheinlichkeit der Erderwärmung bis zum Jahr 2100 um 1,5C bis zu 4,5C als sehr wahrscheinlich. Dabei besteht Einigkeit darüber, dass dieser bereits heute beobachtbare Temperaturanstieg auf anthropogene Ursachen zurückzuführen ist, namentlich dem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und Kohlenwasserstoffen, vor allem bei der Energieerzeugung. Um den Temperaturanstieg im unteren Bereich der angegebenen Spanne zu halten, sind unter anderem alternative Verfahren zur Verbrennung von fossilen Brennstoffen zu entwickeln. Dabei spielt der Transportsektor eine wichtige Rolle, da Automobile und andere Formen des Transports 30% des Weltenergieverbrauchs und 95% des weltweiten Mineralölverbrauchs ausmachen . In der EU verursacht der Verkehr schätzungsweise 21 % aller Treibhausgasemissionen, die zur globalen Erwärmung beitragen. Daher müssen Wege gefunden werden, um verkehrsinduzierte Treibhausgasmissionen zu senken . Die Einsparung fossiler Kraftstoffe hat zudem den Vorteil der größeren Unabhängigkeit von Erdölimporten. Unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit ist eine Diversifizierung der Kraftstoffquellen vorteilhaft. Die stark anwachsende Weltnachfrage an Mineralöl äußert sich in steigenden Preisen, so dass die Wirtschaftlichkeit der Alternativen, vor allem von Biokraftstoffen, in Reichweite ist. In der europäischen Energiepolitik spielen Biokraftstoffe eine zentrale Rolle. Die Nutzung von Energiepflanzen zur Erzeugung von Biokraftstoffen stellt heute neben der Steigerung der Effizienz von Verbrennungsmotoren die einzige Möglichkeit im Transportsektor dar, um fossile Kraftstoffe einzusparen . Vor diesem Hintergrund erließ die EU 2003 im Rahmen der Biokraftstoffrichtlinie , dass die Mitgliedsstaaten einen Mindestanteil von Biokraftstoffen sicherstellen sollen. Dieses Ziel soll vor allem durch die Beimischung der heute verfügbaren Biokraftstoffe der ersten Generation erreicht werden, Bioethanol und Biodiesel. Weiterhin beschlossen die Staats- und Regierungschefs die sukzessive Anhebung des Biokraftstoffanteils am Gesamtumsatz auf 8% bis 2015. Bioethanol ist der weltweit am meisten produzierte Biokraftstoff, wobei Brasilien und die USA die mit jeweils ungefähr 17 Mio. l im Jahr 2005 die mit Abstand größte Produktion aufwiesen . Ende 2005 verfügte Deutschland über eine Produktionskapazität von rund 0,6 Mio. l . Abbildung 1 vergleicht die Kosten der Ethanolherstellung verschiedener Länder bei gleichen Produktionskapazitäten der Anlagen.

Fachgebiet Energiesysteme der TU Berlin
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